Cech`s Weltreise …… und der David Da gibts Spass, da gehn wir hin!

22Mrz/111

America, America! LA – Vegas – Frisco – New York

Die letzten Tränen landeten im Taschentuch als wir im Flieger saßen, lediglich das Freibier heiterte uns wieder etwas auf, während wir in 12h nach Los Angeles unterwegs waren. Spätestens hier wurde uns klar, dass 6 Monate extrem schnell vergehen können.

In LA haben wir erstmal Jonas (Komillitone von mir) abgeholt, der die nächsten Wochen mit uns mitreisen sollte.

Das Wetter in Los Angeles hat auf jeden Fall gestimmt, sodass wir von unserer gewohnten kurze-Hose und T-shirt Ausstattung nicht abweichen mussten.

Im Vornherein sollte ich erwähnen, dass alles was man in Hollywoodfilmen sieht, keinesfalls übertrieben ist (außer das ein Auto explodiert wenn es umkippt), sondern wirklich 1:1 der Realität in diesem Land entspricht. Da wir wie immer planlos waren und unser neuer Reisegefährte auch keine größere Bereicherung auf diesem Feld war, entschieden wir uns diesmal eine Unterkunft in Venice Beach zu suchen ( Strand klingt immer gut 🙂 ) Die Busse kosten hier nur 1$-1,50$ egal wie weit man fahren will, sodass wir schon mal günstig in den Westen der Stadt kamen. Bus fahren ist ungefähr so, als würde man mitten im GZSZ der Afroamerikaner (um politisch korrekt zu sein) sitzen, denn diese beschweren sich dauerhaft über ihr Leben, preisen Jesus oder verarbeiten lautstark was sie gerade erlebt haben. Dafür brauchen sie noch nicht mal einen Gesprächspartner, denn entweder wirst du direkt selber mit involviert oder sie halten einfach einen Monolog. Noch ein bisschen Musik dazu und man könnte glauben in „Porgy and Bess“ mitzuspielen.

Auf der Suche nach einem Hostel, haben wir dann eine noch größere Freakshow erlebt – Venice Beach! Es waren deutliche Parallelen zu den asiatischen Ländern zu erkennen, denn wirklich jeder hat dich versucht anzulabern. Allerdings sind die Obdachlosen in den USA recht innovativ, was die Sprüche auf ihren Bettelschildern angeht. So muss man teilweise einfach lachen, wenn man Schilder wie : „Need money for penis enlargement!“, „Why lie, i need a beer“. Or „kick me for 1$“ sieht. In Kalifornien gibt es außerdem eine sehr interessante Marihuana- Regelung, die besagt, dass es jedem Einwohner Kaliforniens erlaubt ist Gras zu konsumieren, solange er ein Rezept vom Arzt bekommen hat, dass er krank sei und dieses wirklich benötige. Demnach sollte die Ärztequote in Kalifornien extrem hoch sein, denn hier scheint wirklich jeder krank zu sein. Im gesamten Staat riecht es, als wär ein Cannabisfeld abgebrannt. Selbst Neuseeland kann da nicht mithalten!

Halbnackte Frauen auf Rollschuhen, unglaublich viele Skater, ein Muscle Beach, an dem nur Monster rumlaufen (hier hat auch Arnie trainiert) und das Haus, in dem Jim Morrison mal gewohnt hat, kann man hier bewundern. Wenn man es bis Santa Monica überlebt ohne bekloppt zu werden, ist das schon allerhand. Die Promenade kennt man aus zahlreichen Filmen, genau wie den Santa Monica Boulevard, welcher direkt nach Hollywood führt. Dort unternimmt man natürlich das was jeder macht, also den Walk of Fame lang laufen ( welcher unglaublich lang ist, hätte ich nicht gedacht), mal das Hollywoodschild angucken und zwischendurch einen Burger essen. Burger kann ich inzwischen übrigens nicht mehr sehen. Seit 3 Wochen essen wir nur Fast food!!! Man findet auch 1000 mal mehr Fastfood Restaurants, als Supermärkte und 50% aller Werbungen verweisen auf eben diese. Die anderen 50% beschäftigen sich mit „Wie bekomme ich den perfekten Körper in kürzester Zeit „(wo ist der Fehler?).

Nach 3 Tagen Irrenhaus haben wir uns dann mal mit einem größeren Busunternehmen nach Las Vegas aufgemacht. Vorher wurde uns noch gesagt, dass Vegas nach 2 Tagen langweilig wird, weil man außer spielen und saufen nichts machen kann – das ist gelogen ! Spielen und saufen kann man extrem lange machen, wenn man genug Geld hat :). Das Beste ist, dass man solange, wie man spielt alle Getränke umsonst bekommt. Die Nahrungsaufnahme beschränkt sich dabei auf einen Hot Dog am Tag und ich habe noch nie erlebt, dass ich 3 Tage unterwegs sein konnte, ohne zu wissen wie spät es war – Uhren gibt es nirgendwo, man will ja nicht, dass die Spieler nach Hause gehen. Es dauert zudem ein paar Stunden, um sich aus den monströsen Spielhallen des Cesars Palace, Bellagio usw. rauszufinden . Man muss aber auch nicht raus, denn drinnen gibt es ja alles, sogar ATM- Bankautomaten, welche wie kleine Plastik- Attrappen aussehen und dir das Gefühl geben, deine PIN, dein Geld und deine ganze Zukunft rauben zu wollen.

Ich bin übrigens so selten dämlich, dass ich es auf mysteriöse Weise geschafft habe 100$ zu verlieren ohne irgendwo zu spielen. Fragt nicht....! Der Rest ging dann an Deal or No Deal Automaten (ja das is genau wie im Fernsehen) drauf, bis uns schließlich klar wurde, dass uns Sin City in ihren Bann gezogen hat und wir endlich weg mussten. Einmal haben wir dann aber doch noch auf die Kacke gehaun, um Jonas Geburtstag zu feiern. Natürlich hat Jonas 3 Hemden dabei gehabt, sodass wir uns vorgenommen haben mal richtig Assi-schmierig durch die Stadt zu ziehen. Noch eine halbe Tube Gel für jeden und ab gings – David sah aus wie ein italienischer Gastarbeiter, ich wie ein Zuhälter und Jonas sah aus wie Jonas. Leider hat dadurch auch jeder auf ein Trinkgeld von uns gewartet. 🙁 …. (Kleider machen Leute)

Um aus Vegas rauszukommen, haben wir uns ein Auto gemietet und sind einmal quer durchs Death Valley gefahren. Eine einmalige Wüstenlandschaft, wo wirklich überall diese kleinen vertrockneten Grasballen über die Straße wehen. Wenn die Sonne untergeht kommt es regelmäßig zu Sandstürmen in der Mitte des Nationalparks, welche wir direkt miterleben konnten (es war möglich direkt in die Sonne zu schauen). Da wir am 18. in Sacramento sein mussten, um unser NBA Spiel zu sehen, entschieden wir uns Nachts noch etwas weiter zu fahren, um am nächsten Tag eher im Yosemite Natoinalpark zu sein. Wie sich herausstellte, war das ein großer Fehler! Auch wenn wir in LA, Vegas und im Death Valley mit einem T-shirt rumlaufen konnten, ist in manchen Teilen immer noch Winter (vor allem in den Bergen). Da es dunkel war vermuteten alle, es wären riesige Sanddünen um uns herum. Als wir jedoch bemerkten, dass die Fenster anliefen, haben wir dann doch mal gestoppt. MINUSGRADE!!! ALLES SCHNEE! Ich dachte ich spinne. Das Beste war, dass alle Pässe zum Yosemite gesperrt waren und nirgends mehr ein Motel offen hatte. Die einzige Lösung war zurückzufahren. 🙁

Um eine Erfahrung reicher, zogen wir am Folgetag direkt nach Sacramento (Hauptstadt Kaliforniens). Kalifornien ist landschaftlich extrem abwechslungsreich und definitiv eine Reise wert. In der Hauptstadt haben wir zum ersten mal St. Pattricks Day gefeiert (Irischer Brauch, alle tragen an dem Tag grün), der allerdings weniger spektakulär war, als ich ihn erwartet hatte (in NY geht’s mehr ab, hab ich mir sagen lassen). Inzwischen hatten wir auch rausgefunden, dass Motels um einiges günstiger sind als Hostels und vor allem wesentlich komfortabler (Motel 6 ist eine Motelkette die sehr billig ist).

Am 18. um 19 Uhr haben wir uns aufgemacht, um die Sacramento Kings vs. Philadelphia 76ers zu sehen, für die wir 10$ Karten hatten (ganz Oben und die Teams waren auch grottenschlecht, aber egal:) . Ein NBA Spiel ist, selbst wenns schlecht ist, ein absolutes Spektakel, welches man mal gesehen haben muss. Lediglich die Bierpreise waren mehr als übertrieben.

Ein Highlight jagte das nächste, sodass wir schon wieder auf dem Weg zur, vom Atomkraftwerk in Japan, verstrahlten Küste waren (Cechs Lifetime: -1). Diesmal hieß es San Francisco wir kommen. Und man merkt sofort, dass man wieder an der Küste ist, denn die Anzahl von seltsamen und total bekloppten Menschen hatte sich direkt wieder auf 70% erhöht. Wir haben natürlich auch ein besonderes Händchen dafür, uns mit den Verrücktesten anzufreunden, sodass wir bei einer Autofahrt mit 2 netten Jungs durch Frisco um unser Leben gebangt haben (ernsthaft).

Unser Hostel stand in einem nicht ganz so tollen Viertel, in welchem sich teilweise sehr seltsame Gestalten tummelten. Das Hostel selbst war auch scheiße, aber der Typ der es leitete war der Knaller :). Yogi, ein Inder, der uns immer wieder erzählt hatte, dass das Leben als Businessman in SF nicht leicht sei, nebenbei mit uns gesoffen hat und jedes Mal, wenn die Franzosen runterkamen, um sich zu beschweren, dass wir zu laut seien (diese Franzosen 🙁 ), eine „letzte Ermahnung“ ausgesprochen hat (und uns nebenbei zugezwinkert hat). Für den Preis ist das European Hotel auf jeden Fall empfehlenswert, wenn man bis auf ein Bett, einfach auf jeden Luxus verzichten kann.

Alles in allem ist San Francisco eine Stadt mit gemütlichem Flair (vor allem durch die viktorianischen Häuser), auf die Dauer nervt es nur ständig die steilen Berge hochzulaufen, um auf die andere Seite der Stadt zu kommen. Die berühmten Cable-Cars nehmen einem diese Bürde zwar ab, aber dafür auch für jede Fahrt 5$ und zusätzlich machen diese noch unglaublichen Krach. Die Küste ist natürlich super, besonders an der Golden Gate Bridge und der Bereich von Fishermans Wharf bis Alcatraz. Einen richtig geilen Jazzschuppen hab ich leider nicht gefunden, aber hin und wieder sieht man einen Saxofonisten auf der Straße oder hört ein bisschen Rock aus den Läden. Zumindest von dem ganzen Elektro-Trance-Gedöns bleibt man hier relativ sicher verschont.

Heute führt uns unsere Reise für die letzten Tage nach New York! Allerdings werde ich darüber nichts mehr schreiben, sondern live berichten.

Jetzt kann ich nur noch sagen: Das wars dann , die Reise ist vorbei , der Ernst des Lebens holt mich wieder ;). Freu mich, dass so viele den Unsinn hier gelesen haben und noch mehr darauf alle in den nächsten Tagen wiederzusehen. Einladungen zum guten deutschen Essen nehme ich natürlich gern entgegen , hehe.

So, wir sehn uns, ich muss...

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8Mrz/115

Hitchhike Stories

Nachdem wir unseren Van vertickt hatten, ging die Reise für mich alleine weiter. David und ich hatten schon im Vornherein beschlossen die letzten 3 Wochen getrennt zu reisen, um einfach mal eine andere Erfahrung zu machen. Außerdem wollte ich unbedingt ausprobieren, wie gut das Hitchhiken (per Anhalter fahren) in Neuseeland funktioniert.

Ausgangspunkt war Christchurch, wo wir ja unsere fahrbare Wohnung zurückgelassen haben. Da stand ich nun und hab überlegt, wie ich am besten aus der Stadt raus komme. Da sich City Centren eher schlecht zum Daumenraushalten eignen, bin ich erst mal eine Stunde aus dem Kern raus gelaufen, bis schließlich nur noch zwei Straßen nach Westen und Süden führten. Irgendwie fand ich es komisch jetzt einfach dumm da zu stehen und freundlich in die Autos zu grinsen, sodass mir spontan die Idee kam, einfach eiskalt die Leute an der nächsten Tankstelle anzuquatschen. 2 Holländer mit Campervan an der Zapfsäule waren meine ersten Opfer.

Frage Nr.1 : Wo geht’s denn hin? Antwort: Mount Cook

Frage Nr.2 : Nice, da will ich auch hin, könnt ihr mich mitehmen? Antwort: OK.

Das war einfach!, und schon hatte ich einen Lift nach Fairlie (300km), wo ich ein paar alte Bekannte wiedertreffen sollte. Nachdem wir ein bisschen Geburtstag gefeiert haben und ich aufgrund fehlender Hostels, in dieser Geisterstadt, in den Gästezimmern einer uralten Bar übernachten musste, ging es dann weiter am Lake Tekapo vorbei (knalltürkis durch das Gletscherwasser) zum Mount Cook.( höchster Berg Nzs mit knapp 4000m). Dieses Mal wurde ich von den beiden Deutschen, die unseren Van gekauft und zufällig dasselbe Ziel ausgesucht hatten, mitgenommen.

Leider bleiben am Mt. Cook meistens die Wolken hängen, sodass ich zwar direkt vor ihm stand, diesen aber nicht gesehen habe. Die unendliche Prärie und die von Gletschern ausgeschliffenen Täler waren trotzdem schön, sodass ich mich dazu entschloss bei strömendem Regen, eine 4h Wanderung zum Hooker Gletscher zu machen :(. Es war trotzdem super, denn alles bei strahlendem Sonnenschein zu betrachten, wird auch irgendwann langweilig. Die Gletscher kalben direkt in die Seen und teilweise kann man ein paar strahlendblaue Eisberge darin schwimmen sehen. Auch wenn es an beiden Tagen, die ich in der Gegend verbracht habe, extrem geregnet hat, war es die Reise wert.

Am Abend hab ich mich im Hostel bei einem Bier und einer riesigen Meat Lovers Pizza vom Regen erholt und bin direkt mit einer anderen kleinen Reisegruppe ins Gespräch gekommen. 2 Jungs aus Deutschland, die sich ein Auto gemietet, ein Mädel aus Neu Kaledonien aufgegabelt haben und am nächsten Tag direkt nach Christchurch zurück wollten. Da fiel mir spontan ein, dass ich da auch wieder hin musste und nach einigem Zögern, ob das Ganze nicht vielleicht zu eng würde, hab ich mich im Endeffekt auch in deren Auto gequatscht gehabt.

Hitchhiken war einfacher als gedacht :)!

In Christchurch angekommen, standen wir erstmal 1km vor dem Stadtzentrum im Stau und die Tankstellen waren auch alle zu – komisch! Nach ein paar Minuten fing der kleine Leihwagen heftig an zu wackeln und wir haben uns gefragt, ob nicht ein Reifen kaputt sei oder wo plötzlich der Starke Wind herkomme. Als wir bemerkten, dass die anderen Autos auch wackelten, kam uns zum ersten Mal der Gedanke: Erdbeben. Also mal das Radio angemacht, welches uns mitteilte, dass die Innenstadt, wo auch mein Hostel stand und wir die ganze letzte Woche rumgehangen haben, nicht mehr steht. Die Häuser in Christchurch waren zum Teil noch durch Stützbalken vom letzten Septemberbeben gesichert, wodurch es zu solch katastrophalen Auswirkungen kam.

Also sind wir umgedreht, waren glücklich, dass wir eine Stunde Kaffeepause gemacht hatten (sonst wären wir mittendrin gewesen) und haben versucht 80km außerhalb zu nächtigen. Da wir nicht die einzigen Flüchtlinge waren, wurden noch ein paar Extrabetten in die Hostels gestellt ( man konnte Nachts das vibrieren der Nachbeben spüren).

Die Frage war nur, wie es weitergeht?! Einer der Deutschen studierte in Christchurch und war total aufgeregt, was denn jetzt mit seiner Einschreibung sei... „Alter die Uni is kaputt!, entspann dich“ hat ihn nicht so ganz beruhigt, sodass er unbedingt nach Christchurch wollte, um den Leihwagen abzugeben und sich da eine Bleibe zu suchen (muss ich nix zu sagen). Als er seine Studienfreundin angerufen hatte, wo diese denn schlafe und ob er nicht in ihrem Zimmer übernachten könne, hallte aus dem Handy die Antwort: „Ich penn im Zelt, vor meiner eingestürzten Studentenbude.“

Nunja, uns anderen war aber klar, dass es selten dämlich wäre, nach Christchurch zum Flughafen zu fahren, um da noch mehr Stress zu verursachen, sodass ich alle überzeugte zur Westküste über den Arthurs Pass zu hitchhiken. Da wir nicht genau wussten, wie wir am besten auf die Straße, welche dahin führte kommen würden, habe ich eine nette Omi angehauen, die grad in der Gegend rumstand und welche uns vor lauter langer Weile direkt bis zu dieser Straße gefahren hat. (Normalerweise nehme sie nie Fremde mit, aber wir sähen so nett aus. 🙂 ) Da hatte sie ja auch recht! 🙂 Zu dritt per Anhalter fahren ist natürlich nahezu unmöglich, erst recht, wenn man das Gepäck der Kaledonierin gesehen hat. Also hab ich mich versucht alleine durchzuschlagen und vereinbart, dass wir uns am Abend in Greymouth wiedertreffen. Ich war recht zuversichtlich, da ich auf der Südinsel nie länger als 10 Minuten an der Straße stand, bis mich jemand aufgesammelt hat.

Als erstes nahm mich eine schwangere Frau mit Kind in die nächste Stadt (in Deutschland unmöglich), anschließend bekam ich einen Lift von zwei Frauen aus Christchurch, die ihr ganzes Hab und Gut verloren hatten und den Tränen nahe waren 🙁 (glücklicherweise wurde niemand verletzt, aber es war trotzdem hart) und der letzte Fahrer brachte mich ganze 250km bis nach Greymouth. (insgesamt 300km).

Jetzt war ich wieder an der Westküste, wo ich eigentlich gar nicht hinwollte! 🙁 Aber ich dachte mir, dass die Leute aus Christchurch wohl dringender Unterkünfte in der Umgebung brauchten, weshalb mein Weg nach Westen führte und ich so immerhin nochmal ein paar alten Bekannten Tschüß sagen konnte. Das Waale-Beobachten in Kaikoura (nörlich von Christchurch) fiel dadurch natürlich flach.

Der Arthurspass war aber einmalig und ich bin froh, dass ich die Strecke doch noch gefahren bin.

Im Prinzip bin ich jeden Tag weiter per Anhalter gefahren, was das Hostelleben sehr erschwert hat, da man Abends zwar immer viele Leute trifft,und das ein oder andere Bierchen zischt, aber am nächsten Morgen schon wieder verschwunden ist. Aprospos Hostelleben: Ich habe vorzugsweise in 4-6 Mann Dorms, selten im 8er, (gibt aber noch größere) übernachtet und festgestellt, dass man sich auch daran erstmal gewöhnen muss. Denn mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit hat man jemanden im Zimmer der entweder schnarcht wie die Sau, seine Ausrüstung vom letzten 5 Tage Marsch zum Lüften in der Bude ausbreitet oder sich im Bett neben dir versucht möglichst leise fortzupflanzen!

Mein Ziel war es, bis zum 1. März in Wellington zu sein, um Davids Geburtstag zu feiern. Also hab ich mich weiter jeden Tag an die Straße gestellt. Nach nur 5 Autos die in Greymouth an mir vorbeigerauscht sind, saß ich in einem bequemen Frimenwagen eines Autoelektonikvertreters (dolles Wort). Ursprünglich wollte der mich nur bis zum nächsten „Städtchen/Dorf/Kaff“ (ich weiß nich wie ichs anders bezeichnen soll, 50 Einwohner, 1 Kneipe, 1 Kirche und 20 Museen, weils das erste Lager mit Strom in NZ war – wuhuu!) mitnehmen. Als ich ihm sagte, dass ich Deutscher bin, kam ihm aber spontan die Idee einen seiner Freunde anzurufen, der seit Jahren behaupte er könne deutsch sprechen, aber nie einen Beweis erbracht hat. Und schon hatte ich ein Handy am Ohr und hab mit nem fremden Typen 5 Minuten auf deutsch geredet (wie nett der war, war ihm völlig egal, dass er mich nich kannte - Südinselmentalität). Sein Freund Bryan hat sich so amüsiert, dass er mir kurzer Hand anbot, mich die gesamten 350km mitzunehmen, wenn ich mir noch 1h die Zeit vertrödeln könne. Yippi! Die Strecke ist nämlich echt beschissen zu hitchiken, da durch den Dschungel kaum ein Auto fährt.

In Nelson hab ich Hugo wiedergetroffen, der aber arbeiten musste, sodass ich am nächsten Tag direkt weiter zu Alex nach Motueka gefahren bin. Auch da waren alle am Arbeiten, weshalb ich mich nach 2,5 Monaten dann doch etwas eher wieder auf die Nordinsel verabschiedete.

Allerdings musste ich dafür erst wieder an die Ostküste nach Picton gelangen. Langsam hatte ich Routine im Hitchhiken und war gespannt welche(r) Glückliche mich heute mitnehmen durfte :). An diesem Tag standen erstaunlich viele Hitchiker an der Straße und da ich mich nicht vordrängeln wollte hab ich erstmal gemütlich Mittag gegessen. Als die selben Leute nach 1h immer noch da standen und ich noch gut 300km vor mir hatte, wollte ich nicht länger warten und bin ein Stück zurück gelaufen, damit diese mich nicht mehr sehen konnten :(). Und siehe da, nach 8 Minuten saß ich wieder in ner Karre und war zurück auf dem Weg nach Nelson. Das junge Mädel kannte sich bestens aus und brachte mich direkt zu nem guten Spot um weiterzureisen. Ich war kaum aus ihrem Auto raus, saß ich im nächsten bei einer Franzosin nach Blenheim. Aber auch in Blenheim ging nix (Sonntags in Nz ist der TOD), also Finger raus – diesmal im Auto nach Picton. Ich kanns nur nochmal sagen, Hitchhiken geht echt super und die Leute die einen mitnehmen sind immer extrem freundlich! In Picton hab ich dann die Fähre gebucht und bin am 28.3. wieder in Wellington angekommen.

Da die Mitbewohner meines Hostelzimmers in Wellington extrem langweilig waren, David auch noch nicht da war und ich unbedingt in ne Kneipe wollte, hab ich einfach 3 Kiwis beim Billiard angelabert, die mich direkt aufn paar Bier eingeladen haben und mir anboten mich in 4 Tagen mit nach New Plymouth transportierten zu können. Ich wusste aber noch nicht genau wann ich weiter wollte, was sonst so ansteht und wo wir vlt. kostenlos in Wellington schlafen könnten. Wir hatten aber Glück und sind bei der extrem netten Gastfamilie von Davids Freundin Liv aus Herborn untergekommen (studiert in Wellington) und haben erstmal ein paar Nächte die Stadt unsicher gemacht.

Ich wollte mir aber dann doch noch den perfekten Vulkankegel des Mt. Taranaki ansehen und bin daher schon etwas früher zur Westküste abgehauen. Erreicht habe ich New Plymouth im Endeffekt mit meinen 3 Barbekanntschaften. Leider hat es in dem kleinen Küstenstädtchen mal wieder geregnet, wodurch ich mich nach 2 Tagen entschloss auf Nummer sicher zu gehen, um die letzten 400km nach Auckland zu reisen.

An der Westküste war die Quote vorbeifahrender Autos eher mäßig, daher kann ich von Glück reden, dass ein junger Student gehalten hat und mich in einem Zug direkt nach Auckland gebracht hat. Dadurch habe ich mit nur 4 Rides den gesamten Weg von Wellington nach Auckland zurückgelegt. In der größten Stadt NZs angekommen, hab ich natürlich wieder in unser Stammhostel eingecheckt, in welchem ich direkt von Onkel Tom (der Fidschi Hostelpapa vom Anfang) wiedererkannt wurde und zum Sonderpreis in ein 8er Mädchendorm gesteckt wurde :).

Insgesamt bin ich also kostenlos mit 17 Fahrzeugen durch Neuseeland gekommen, was Alles in Allem in gut 2 Wochen ungefähr 2600km waren! Und dabei habe ich sowohl auf der Süd-, als auch auf der Nordinsel, nie länger als 10 Minuten an der Straße gewartet.

Jetzt sitze ich hier und werde mir bewusst, dass mein letzter Tag in Neuseeland angebrochen ist und ich eigentlich nicht so richtig weg will. Für immer wöllte ich jedoch auch nicht hier bleiben, dafür ist mir das Bier einfach zu teuer und es fehlt auf die Dauer einfach viel zu viel, weshalb ich bei all der Schwärmerei fürs Reisen auch mal zugeben muss, dass ich mich natürlich extrem auf zu Hause freue 🙂

3 Wochen Amerika werden jetzt den Abschluss meiner Reise bilden. Tickets für ein NBA Spiel haben wir schon, Reserven für Las Vegas sind auch noch da und ansonsten gilt das gleiche wie immer : nen Plan gibt’s nich – Spaß haben und überleben !.

Also stellt schon mal das Bier kalt, ich bin bald da. Am 28.3. back in DD!

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16Feb/115

Auf und Ab …

Nach unserem Skydive mussten wir erstmal wieder nach Cromwell, um den Van abzuholen. Also haben wir zum ersten mal versucht per Anhalter zu fahren. Das geht in Neuseeland extrem leicht und nach einer Stunde und 3 Autos haben wir es schon geschafft gehabt. Glob mit neuer Lichtmaschine abgeholt und ab in den Süden. Diesmal stand das Fiordland auf dem Programm. Allerdings wurden wir wie immer erstmal wieder geschockt, denn unser Van sprang schon wieder nicht an. Ab in die Werkstatt – 240$ für den Anlasser, der schon wieder defekt war! Mit weinendem Auge macht wir uns etwas verspätet auf zum Milford Sound, der meistbesuchtesten Sehenswürdigkeit Neuseelands. Aus diesem Grund kann man ständig mit Japanern beladene Busse auf den 120km ins Nichts sehen. Die Strecke dahin ist allerdings auch extrem atemberaubend (das Wort verwende ich recht inflationär, ist mir aufgefallen, aber so ist Neuseeland nun mal 🙂 ). Riesige Felswände die dich in einem engen Tal bis zum Homertunnel führen. Dieser ist extrem steil und besitzt auf seinen 2km Länge nur am Tag eingeschaltete Lämpchen. Verlässt man den Tunnel, kann man eine unglaubliche Serpentine durch eine grandiose Berglandschaft fahren, bis die zum Teil schneebedeckten Riesen ins Meer münden. Allerdings ist Milford, wie immer nur ein Parkplatz, eine Bar und ein Schiffshafen für die Milford Cruises. Jetzt ist man 120km gefahren und hat die Möglichkeit für ca. 70$ eine Bootsrundfahrt durch den Fiord zu machen. Allerdings hasse ich sowas und finde diese Art von Bootfahrten stinklangweilig. Deshalb war ich schwer zu überzeugen am nächsten Morgen an einer Fahrt teilzunehmen und wollte erstmal abwarten. Campen war eigentlich nirgends erlaubt, aber die Kiwis in der Fischerkneipe meinten, dass keiner kontrollieren würde. Aus diesem Grund haben wir uns ein Bier gegönnt und an der Pool Competition ( scheint in Neuseeland immer und überall eine zu geben) teilzunehmen. Jetzt gibt’s mal wieder einen klasse Abenteuertipp: Wenn man was erleben möchte und kein Geld ausgeben will – immer in die nächste örtliche Bar gehen und am besten ein paar Mädels mitnehmen. Die einzigen Leute in dieser Fischerkneipe, außer uns, wer hätte das gedacht, waren Fischer und die Leute die bei den Bootcruises arbeiten – Jackpot! Nach ein paar Gesprächen mit einsamen Seemännern, hat eine von unseren Mädels einen Trip auf einem Fischerboot für sich und ihren Reisepartner am nächsten Tag klar gemacht. Der Fischer fuhr an diesem Tag jedoch 2 mal raus, sodass er sich spontan entschied, uns auf seiner zweiten Tour mitzunehmen. Jetzt kommts: Das Boot war kein Fischkutter, wie man ihn sich normalerweise vorstellt! Eine 2 Millionen Dollar Fischeryacht mit Lederinnenausstattung und allem drum und dran. Das Ding war so luxuriös, dass es sogar auf dem Titelblatt des neuseeländischen Fischermagazins drauf war. Der Kapitän war also stinkreich und wollte ein paar armen Backpackern einfach mal was gutes tun. Immer an Bord: sein Gehilfe „DANGER“ ! Ja der Typ hieß wirklich Danger und wurde auch von allen so gerufen. Darüber hab ich mich mindestens ne Stunde kaputtgelacht. Auch wenn er aussah, als wäre er grad aus der letzten Dorfdisko rausgeworfen wurden, war Danger ein genialer Typ und übrigens auch derjenige, den unsere Mädels in der Bar angesprochen hatten. Bei starkem Wellengang gings dann raus auf den Milford Sound. Da es am Vortag extrem geregnet hatte (260Tage im Jahr) flossen von allen Seiten riesige Wasserfälle in den Fiord. Ein Pinguin und ein Seelöwe sind auch neben uns geschwommen, sodass der Tag schon fast gar nicht besser werden konnte. „Unglücklicherweise“ konnten wir nicht gleich fischen gehen, weil grad ein Kreuzfahrtschiff im Stil Queen Mary durch den Fiord geheizt war, sodass wir erstmal an einer Bucht Anker gelegt haben. Achja: An diesem Tag war strahlende Sonne und was macht man bei strahender Sonne? Richtig vom Fischerboot ins Wasser springen und sich die Seesterne in der Bucht anschauen :). Danach gabs noch frisch zubereiteten Crayfish (Langusten) und Bier. So jetzt wollten wir doch noch fischen gehen....doch noch nicht, zuvor musste noch einer der Kapitäne von dem Monsterkreuzer aufs Fischerboot geholt werden, weil der doch gleich um die Ecke gewohnt hat. Also sind wir mit unserem Böotchen in aller James Bond-Manier an das Monster rangefahren, dann ging eine Luke auf und Zack waren wir einer mehr. Jetzt aber endlich ab zum Fischen. Irgendwie war das dann der kleinste Part, da wir eigentlich nur drei Crayfish-Fallen eingeholt haben und diese wurden schnell sortiert. Der Fang war trotzdem ca 20000$ Wert (unter diesem Wert würde er gar nicht erst rausfahren), denn Crayfish ist teurer als Hummer. Für 1 kg bekommt der Fischer, je nach Marktlage, ungefähr 80-120$. Unvorstellbar für uns! Nach 5h Ausflug war unser Abenteuer dann doch vorbei, allerdings wurden wir noch gefragt ob wir Lust auf ein gutes Essen hätten und ein paar Langusten mitnehmen wollen – das Ende vom Lied waren 5kg Crayfish und das teuerste Mahl meines Lebens (welches wir mit Weißbrot, Tartarsauce und dem billigsten Fusel zubereitet haben:) ). Noch am gleichen Abend wollten wir zurück nach Te Anau um uns in den nächsten Tag weiter zur absoluten Südspitze Neuseelands zu bewegen. Dazu mussten wir wieder durch den verflixten Homertunnel – diesmal aber bergauf. Das Licht war um diese Uhrzeit leider schon aus und die Tatsache, dass uns auf halber Strecke ein Übergrößenbagger entgegenkam, war auch nicht gerade hilfreich. Leider ist der Tunnel einspurig und teilweise ist die Straße extrem zerstört, sodass wir nicht wenden konnten und ich den ganzen Berg im Tunnel ohne was zu sehen rückwärts wieder raus musste (ca 1,5km). Zu allem Überfluss ging auch noch die Öllampe an... aber mich konnte nichts mehr stressen, schließlich hatten wir Langusten im Wert von 500NZ$ im Sack :). Nach unserem Kaisermahl fuhren wir in Richtung Südspitze NZ, aber unser Globbo machte schon wieder Stress, denn morgens wollte er einfach nicht schalten. Erst nach einer Weile wurde es besser. Immerhin fuhr er, sodass ein kleines Örtchen namens Bluff unser letzter Halt im Süden war. Von hier aus konnte man mit dem Schiff auf Steward Island übersetzen, was uns aber zu teuer war. Deshalb sind wir nur einen Küstentrack gewandert und wollten dem durchwachsenem Wetter der West-Südküste wieder entkommen. Allerdings wurde dieser Plan von 3 Maori durchkreuzt, welche Leute zum Bau einen Fischerboots brauchten. David wollte unbedingt bleiben und ich wollte unbedingt noch die Südküste sehen, wodurch wir auf die Schnelle beschlossen haben uns für 3-4 Tage zu trennen und anschließend in Dunedin an der Ostküste wiederzutreffen. Ich war also alleine mit dem Van und natürlich ein bisschen besorgt, was ich denn tun würde wenn die Karre mal wieder nicht will. Nichtsdestotrotz machte ich mich auf den Weg über die Berge im Starkregen. Viel hab ich deshalb nicht von den Catlins gesehen, aber irgendwann war es mir dann auch egal und ich bin einfach bei strömendem Regen zu den zahlreichen Wasserfällen und Aussichtspunkten an der Südküste gelaufen. Dafür wurde ich aber damit belohnt, dass kein Mensch weit und breit zu sehen war (vlt. gar nicht so gut wenn man ans Auto denkt 🙂 ) und ich ungestört Seelöwen beobachten konnte. Allerdings wollte ich nicht in den Bergen übernachten, da der Regen schon Wasserfälle über die Straßen gezogen hatte und die Feuerwehr in den Örtchen versuchte die Straßen frei zu pumpen. Am nächsten Morgen stresste die Gangschaltung schon wieder rum und es ging die ersten 30 Minuten gar nichts mehr. Also wieder in die Werkstatt. 250$ für ein neues Gas Kit hat er mir angeboten und damit war noch nicht mal gesagt, dass das Problem behoben ist. Scheiße das war zu teuer, also hab ich beschlossen erstmal nach Dunedin, der Studentenstadt schlechthin, zu fahren und dort nochmal die Meinung eines anderen Mechanikers einzuholen. Dies hat sich als äußerst hilfreich erwiesen, denn Mechaniker Nr. 2 hat bemerkt, dass einfach kein Transmission Oil mehr im System war (hätte uns aber auch mal einer sagen können, dass man das bei laufendem Motor checkt 🙁 ) Also neues Öl rein, 60$ dagelassen und alles lief wieder, wie geschmiert :). In Dunedin hab ich Clemens getroffen und wir sind mit seinem 4 Wheel Drive die steilste Straße der Welt hochgefahren (Baldwin Street). Ansonsten hab ich auf David gewartet, damit wir weiter die Ostküste zurück fahren konnten, um in Christchurch (2t größte Stadt Nzs) unseren Van zu verkaufen. Wir wussten, dass die Vans in Christchurch deutlich billiger sind als in Auckland, da jeder seine Reise im Norden beginnt und im Süden dann versucht die Mühle wieder zu verkaufen. Und wer bei dem System: Angebot und Nachfrage aufgepasst hat, weiß, dass dadurch mal gute 1000$ weniger beim Verkauf drin sind. (Also unser Tipp: einfach von Süden nach Norden reisen und die Karre mit Gewinn in Auckland verticken). Das war uns aber bewusst und wir wollten einfach mal wieder was anderes machen als im Campervan unterwegs zu sein. Deshalb haben wir uns entschlossen ihn hier zu verkaufen und die nächsten Wochen getrennt und per Anhalter zurück nach Auckland zu reisen. Allerdings musste dafür erstmal der Van weg, was sich als gar nicht so einfach herausstellte, da wir schon nicht mehr in der Hauptsaison sind. Eine Verkaufsanzeige haben wir in die Fenster gehängt und in allen Hostels verteilt. Auf dem Sonntagsmarkt für Autos waren wir auch und hatten damit insgesamt 2 Interessenten. Der erste wollte Glob als Arbeitsauto umbauen und hat sich nie wieder gemeldet und die 3 israelischen Mädels vom Carmarket wollten uns zu Tode handeln. Bei der Probefahrt hat eine von ihnen unseren ohnehin schon kaputten Spiegel gesprengt. Ich hab mich kaputtgelacht ! Immerhin gabs einen neuen Spiegel für uns. Glücklich waren wir trotzdem nicht, da wir nun schon eine Weile in Christchurch rumgegammelt hatten. Deshalb haben wir den Van diesmal bei trademe.nz (neuseeländisches ebay) eingestellt und siehe da, heute konnten wir den guten Glob für 3100NZ$ an ein deutsches Päarchen verkaufen. Nach Monaten im Auto , werden wir ab morgen wieder in einem richtigen Bett schlafen.

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26Jan/115

„Even my Shit was scared!“

Sooo, da ich zu Beginn unserer Reise dummerweise zugesagt hab einen Skydive (Fallschirmsprung) mitzumachen und ich zu meinem Wort stehe, war ich jetzt fällig :(. Irgendwie hatte ich versucht die ganze Geschichte immer nach hinten zu verschieben, indem ich gesagt hab: Ach lass das Ding doch machen, wenn wir im Süden sind und wenn auch die Franzosen mitmachen können oder ich hab gerade kein Geld, lass erstmal eine Woche arbeiten gehen. Leider vergisst David sowas nicht und wir hatten nach unserer Woche beim Kirschenpflücken in Otago auch wieder Kohle, sodass meine Zeit ablief. Auch die Franzosen sagten zu in Wanaka dabei zu sein.... Scheiße. Ich hatte wirklich in der letzten Woche so dermaßen die Hosen voll und ständig dran gedacht, dass es jetzt bald soweit ist. „Wird schon nicht so schlimm sein“ hab ich mir gesagt, bis ich täglich von irgendeinem Werbevideo wieder daran erinnert wurde, dass dem doch nicht so ist. Warum verdammt nochmal hab ich bei dem Mist zugesagt – achja Alkohol und sowas wie … ist bestimmt eine ganze neue Körpererfahrung..... Fuck! Aber da waren auch noch genügend Monate Zeit. Naja, irgendwie habe ich gehofft, dass sich alles noch ein bisschen rausschiebt. Erstmal mussten wir nach Wanaka zurückfahren und wie immer waren Jake und Alex mit dabei. Und hier beginnt eine Geschichte die so verrückt ist, dass ihr wohl die nächsten Jahre immer die Superausgeschmückte Cech-erzählt-eine-Story Version zu hören bekommt 🙂 Alles kann ich hier leider nicht schreiben, da manche Sachen so seltsam zusammenhängen, dass ich für die 3 Tage ein Buch verfassen müsste.

Fangen wir also an mit : Wir fahren nach Wanaka – Die Globstory:

Unsere Karre lief in der letzten Zeit eigentlich ziemlich souverän und hat auch das Extragewicht unserer Mitreisenden problemlos weggesteckt. Also haben wir uns gedacht: „Neue Batterie, gab lange keine Probleme, da können wir eigentlich auch Musik hören“. Deshalb haben wir an unserem letzten Arbeitstag angefangen 8 Stunden den gesamten Orchard zu beschallen (man arbeitet ja nicht die ganze Zeit am selben Baum und entfernt sich vom Auto, wodurch wir immer lauter aufdrehen mussten). Dann war der letzte Arbeitstag vorbei und wir wollten los... nüscht geht mehr! Also Scotti rübergerufen (der Sohn des Farmers, welcher ein so emotionsloses Gesicht hat, wie ich es noch nie gesehen habe. Wir dachten erst er kann nicht lachen, weil seine Zähne verfault sind) um uns Starthilfe zu geben. Und siehe da in der gesamten Woche, hat er es zum ersten mal geschafft zu lachen :). Die Karre lief wieder und wir düsten vom Orchard. Am nächsten Tag war es dann soweit – Todesmarsch nach Wanaka. Ich bin vielleicht gute 20 Minuten gefahren, da passierte es – ich konnte plötzlich kein Gas mehr geben und die Karre ging aus. Glücklicherweise passierte dies exakt hinter dem Berg, sodass ich uns mit 40 kmh in eine Straßenbucht im absoluten Nichts auf der Strecke Alexendra- Cromwell rollen lassen konnte. Wie war das noch gleich: Das Abenteuer beginnt, wo die Technik versagt?“ So ist es und komischerweise war ich auch gar nicht unglücklich über diesen Zwischenfall. Zumindest kann man sich schlechtere Ecken für eine Panne raussuchen. Da wir immer noch keine Road Assistance haben, blieb uns nichts anderes übrig, als erstmal ein Bier aufzumachen und im Fluss (wunderschönes Wetter + Landschaft) zu baden. Jake hat sich an die Straße gestellt und versucht jemanden raus zu winken. Und tatsächlich, da war sie, die vor einigen Wochen beschriebene Gang von Maori, die uns geholfen hat. Jake ist mit der Crew mitgefahren und sollte in Cromwell Hilfe holen (mit der Bedingung, dass diese kein Geld kostet). Anrufen konnten wir keinen, da in der Gegend niemand Handyempfang hatte. Die Frage war nur wen sollte er dann in Cromwell anrufen? „CALL EMMA!“ Emma ist eine Kiwimädel, welches wir vor ein paar Wochen kennengelernt haben. Die Geschichte ist zu lang und deshalb hebe ich mir den Teil für zu hause auf :). Jedenfalls kam Jake wieder mit einem Typen im 4wheel Drive Truck, der uns nach Cromwell abgeschleppt hat. Abschleppen bedeutet, dass er mir die Anweisung gab, das Seil straff zu halten und dann mit über 100 Sachen! nach Cromwell gebrettert ist – so schnell fahren wir nichtmal wenn das Auto von alleine fährt. Ohne Bremskraftverstärkung bergab... Hilfe! Aber auch das haben wir überlebt und kamen in Cromwell an. Emma war bereits aus Wanaka angereist, hatte 4 wohltemperierte Bier dabei und meinte nur „ I cooked Dinner and bought some Beer“! Also haben wir Glob an der Tankstelle abgestellt und sind zu Emma gefahren, wo wir gerade umsonst in ihrem Haus wohnen. Achja, in diesem Moment dachte ich mir nur: Fuck, jetzt können wir morgen früh doch Skydiven gehen. Und hier beginnt Teil 2 der Story – DER SKYDIVE

Was mich am meisten angekotzt hat, war dass ich nur von Adrenalinjunkies umgeben war und keiner auch nur irgend eine Reaktion gezeigt hat, während meine Hände die ganze Zeit zitterten und ich die Nacht davor so beschissen bei Emma geschlafen habe :(.

Der Wecker klingelt, es ist 7 Uhr wir müssen los, die springen nur morgens. Mein erster Blick aus dem Fenster – haha Wolken und Wind, das wird wohl nix Jungs, aber wir können ja mal vorbei schauen. Meine Aufregung ließ erstmal nach, weil ich erstens zu müde war und zweitens dachte, dass wir nicht springen können. Am Flughafen angekommen, wurde ich leider berichtigt und uns wurde gesagt, wir könnten 11 Uhr springen – Zack, war ich wieder nervös! Essen konnte ich erstmal gar nix, außer einem kleinen Toast. Beschissene Wartezeit, 3 Stunden zusehen wir die Leute 4 km über dir aus dem Flugzeug fallen und sich die Seele aus dem Leib schreien. Dann war es soweit! Erstmal ein Formular ausfüllen, indem ich angeben musste, dass ich mir bewusst bin ich könne dabei drauf gehen – Ach wirklich? 12000 Feet oder 15000 Feet, für den Anfang vielleicht das billigere und niedrigere. Mit Video oder ohne ? Na klar wenn schon denn schon! Musikauswahl für das Video – Highway to the Dangerzone. Scheiße dass muss ich unbedingt haben. Schnell noch bezahlt, nachher können wir das vielleicht nicht mehr und ab zum Ausrüstungsmenschen. Die Aufregung war zu diesem Zeitpunkt am Maximum. Dann kam mein Tandemmaster und hat mich erstmal für das Video interviewt: „Something u wanna say to ur Family?“ ,“Nope not yet! Ok, Lets go! Jake, Nono, Thomas, Hugo, David und ich auf dem Weg zu dem kleinen roten Flieger mit der riesigen Schiebetür. Ich hab mich gefühlt, wie die Typen in Armageddon, nur dass ich nicht die Welt gerettet hab, sondern mir gerade in die Hosen machte. Komischerweise war ich im Flugzeug, welches ca. 15-20 Minuten braucht um die 3650m zu erreichen total entspannt und konnte sogar die Aussicht genießen. Ich saß natürlich ganz hinten und war der vorletzte, der springen musste. Alle drehten sich regelmäßig zu mir um, um ihren Daumen hochzuhalten. „Hehe, jaja, leckt mich!“ waren meine Gedanken. 12000 feet und die Schiebetür geht auf! Frische Luft zieht durch das Flugzeug und neutralisiert die Naturgasproduktion der Springer. Thomas robbt zur Tür – Flutsch, weg war er. Das ganze geht so schnell, unglaublich! Ich bin dran! Ich robbe zur Kante des Flugzeugs, bin irgendwie gar nicht mehr nervös (und dabei dachte ich doch, dass dies der schlimmste Moment wird). Meine Beine baumeln raus, Hüfte nach vorne, Kopf auf die Schulter meines Instructors (es hat sich noch nie so gut angefühlt, auf der Schulter eines fremden Mannes liegen zu dürfen), Kamera nochmal vor mein Gesicht gehalten und.... WOOOOOOOOOOHHHHHHHHHHHHHHHHHOOOOOOOOOOOOOO! Der Shit !!!! UNGLAUBLICH GENIALES GEFÜHL! Ich hab mir die Seele aus dem Leib geschrien und erstmal versucht die ganze Landschaft wahr zu nehmen. Es gibt nichts Vergleichbares. 45 Sekunden freier Fall, ich fühl mich so frei. Der Fallschrim geht auf – Was das waren schon 45 Sekunden? Mein Hirn bremst von über 200kmh runter! Mir wird schlecht! Und da ist wieder diese Kamera! „How do u feel?“ „AWESOME!, UNBELIEVABLE“ Aber mit dem abrupten Geschwindigkeitswechsel kam ich irgendwie doch nicht klar. Ich bekomme einen Tunnelblick, versuche die Landschaft zu genießen..... no way. Und wieder die Kamera: „What are u going to do back in Germany?“ Am liebsten hätte ich geantwortet, dass ich die Uni beende, meine Freundin heirate und 10 Kinder bekomme. Leider hats nur für ein „ I have to puke“ (ich muss kotzen) gereicht. Mein Tademmaster dachte erst ich mache Spaß – NOPE! I cant talk. Mein Tunnelblick wird immer stärker, ich versuche tief zu atmen. Er gibt mir die Mütze und meint ich soll da rein zielen. „Show me that u can pull up ur legs for the landing“ hörte ich es hinter mir stammeln. Also nahm ich all meine verbliebene Kraft zusammen und hob meine Beine. Das nächste was ich mitbekommen hab, ist, dass meine Knie auf dem Boden aufschlagen und die anderen um mich herumstehen. „ Damn Dude, ur Face is as green as the Grass!“ meinte Jake. „Worth it“ dachte ich mir nur! Ich hab mich erstmal entschuldigt, dass ich die Beine nicht mehr hochbekommen habe und mir wurde eine Tasse Wasser gereicht. Mein Tandemmaster hat sich bei mir bedankt, dass ich nicht gekotzt hab :). „SCHEiße, ich bin grad aus 4km Höhe aus nem Flugzeug gesprungen“, mein Kopf konnte das noch gar nicht realisieren. Die einzige Wohltat war, dass auch mein adrenalinhungriger Freund David komplett weiß war. Der Endorphinausstoß blieb erstmal aus, ich hätte vielleicht doch was essen sollen. Und dann gabs die Hiobsbotschaft: Die Kamera hat beim Absprung einen Schlag bekommen und war kaputt und dadurch auch mein Video. Das wohl heißbegehrteste Stück Filmgeschichte ist also nicht mehr existent... vielleicht auch besser so. Mein Instructor meinte, dass dies in einem von 2000 Fällen passiert. Besser als, dass sich der Fallschirm in einem von 2000 Fällen nicht öffnet, dachte ich mir nur :). Naja, den ganzen restlichen Tag haben wir uns alle total müde und seltsam gefühlt. Erst am Abend konnte ich wirklich realisieren, was in der kurzen Zeit abgelaufen ist und davon sind ca. 50% schon wieder weg – verrückt!

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21Jan/112

Die Westcoast mit dem internationalen Reisebus

Und ab gings, die Westküste runter! Leider wurden wir von schlechten Wetter begleitet (ist aber normal hier), sodass wir kaum etwas unternehmen konnten. Wenn der Regen mal pausiert hat, konnten wir zwar hin und wieder einen kleinen Trip machen, wie zum Beispiel von Westport zur Seehundkolonie zu wandern - Das war jedoch eher die Seltenheit, sodass Arjen (mehr unter people) David und ich versucht haben ein paar Indoor Aktivitäten zu erledigen . Also bei Greymouth (der Stadtname sagt eigentlich alles) versucht zur Bierverkostung von „Montheys“ (eine der ältesten Brauereien) zu gelangen. Allerdings läuft das hier nicht wie in Gießen, dass man sich 10 Minuten Geschichte reinzieht und dann so viel trinken darf wie man will. Daher haben wir es dann doch gelassen und versuchten anschließend immer weiter Richtung Süden dem Regen zu entkommen. Dabei wurde ein kleiner Abstecher zu den Pancake Rocks (Felsen deren Schichtung wie Plinsen (Pfannkuchen) aussieht) gemacht, bis wir anschließend unsere Reise zu den Gletschern Neuseelands fortsetzten. David und ich wollten unbedingt die Gletschertour auf den Franz Josef Glacier machen, was uns dazu zwang, aufgrund des Regens und vieler ausgebuchter Tage, in Franz Josef (eine Art Basislager, welches sich als Stadt ausgibt) zu bleiben, bis schließlich perfekte Konditionen herrschten. Daher sind David, Arjen und ich, an einem der freien Tage, in der Umgebung durch eine stockdustere Glühwurmhöhle bei kniehohem Gletscherwasser gerannt und anschließend nochmal zum Fox Glacier (20km weiter) gefahren, um am Reflection Lake DEN super Blick auf die Glescher zu bekommen. Dies funktioniert leider nur, wenn keine Wolken und kein Wind aufkommen :/ . Aber aufgrund des starken Regens der Tage zuvor, waren die Gletscher wenigstens strahlend blau (siehe Bilder, einfach klasse).

Unsere Franz Josef Gletschertour am nächsten Tag war dadurch umso besser. Diese verlief durch Gletscherspalten, Eishöhlen und dauerte ca. 8h. Natürlich war ich der einzige, der es geschafft hat, sich mit den Spikes auf die Schnauze zu packen, wodurch nun auch meine letzte Hose drauf ging :/.

Nach der Tour haben wir noch Alex aufgesammelt und fuhren dann endlich weiter in den Süden, nach Wanaka. Die Straße dahin verläuft durch die Southern Alps und ist landschaftlich eine der genialsten Strecken, die ich je befahren durfte (mal sehen ob die USA das toppen kann). Wanaka besitzt einen See und ist von zahlreichen Bergen umgeben. Leider wurden wir hier zum ersten mal (und dann gleich 2 Nächte in Folge) um 4 Uhr morgens von einem Security-Menschen geweckt, wodurch wir immer 10km aus rder City raus fahren mussten, um ausschlafen zu dürfen. Es war einfach grausam, zumal wir fast jeden Abend was „unternommen“ hatten. Etwas angepisst meldeten wir uns dann am nächsten Tag  in einem coolen Irish Pub beim Pokertunier an. Ich war an meinem Tisch der einzige Ausländer und hab den Jungs von unserer Leidensgeschichte der letzten beiden Tage erzählt – hat keine 2 Minuten gedauert, da hatten wir nen Schlafplatz 100m weiter im Garten des Barbesitzers. Das führte zwangsläufig dazu, dass wir zu Stammgästen wurden, am folgenden Pooltunier teilnahmen und Jake, welcher an diesem Tag auch wieder zu uns gestoßen ist (siehe people) und ich, uns ein paar Freetrinks beim Karaoke ersungen haben (kennt mich ja keiner da 🙂 ). Natürlich waren wir auch wieder die Umgebung erkunden und haben den Roy Peak (1700m) erklommen. Viele Wanderwege sind zwar atemberaubend schön, aber total beschissen angelegt, weil man denselben Weg immer wieder zurück muss. Bei 30 Minuten ist das kein Problem, aber bei allem von 3 - 8h wird’s dann langsam nervig. Nach unseren Kajaktrip auf dem Lake, wurde es dann aber Zeit Goodbye zu sagen, um nach Queenstown weiter zu reisen. Queenstown sieht eigentlich genau so aus wie Wanaka (See, Berge etc.), wird aber von dem Ruf begleitet, DIE STADT für Extremsportarten und Party zu sein. Genau so ist es auch, denn man kann hier wirklich an jeder Ecke seinen Tod buchen. Und sollte man den 140m Bungeesprung, Skydive, Stuntplaneflug usw. überleben, hat man immer noch gute Chancen sich anschließend nachts aus dem Leben zu saufen (unglaublich, um 22 Uhr laufen hier schon 50% der Leute torkelnd durch die Straße). Die Stadt lässt sich ihren Ruf naürlich gut bezahlen, weshalb wir nach Arjens und Davids Bungeesprung (Respekt! das Ding ist der höchste Bungeesprung Neuseelands - ich hatte die Hosen voll und gepasst [muss meine Kraft für den Skydive sparen]) nach Otago (das Zentrum des Südens) gedüst sind, um uns wieder Arbeit als Fruitpicker zu suchen. Wir hatten Glück und einen total genialen Farmer getroffen, der uns gut bezahlt und öfter das Wort „FUCK“ in seinen Sätzen verwendet, als fuckin Tony Montana! Deshalb haben wir beim arbeiten endlich mal was zu lachen und sind gerade total glückliche Cherrypicker in Alexandra – naja fast, wir fangen 6:30 an zu arbeiten :/.

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4Jan/113

And so this was Christmas… und Silvester…und der Norden der Suedinsel

Auch die ersten Tage auf der Südinsel vebrachten wir im Regen. Immerhin konnten wir uns die Malborough Sounds, eine durch die Eiszeit entstandene Küstenlandschaft, welche das Gebiet umgibt ansehen (einfach bei jedem Wetter genial) und sogar mittendrin übernachten.

Mit Wandern war da allerdings nichts, sodass wir bald weiter nach Nelson zogen, immer am nördichen Küstenstreifen in Richtung Westen. Nelson ist die Stadt mit den meisten Sonnenstunden im Jahr, wovon wir allerdings 3 Tage überhaupt nichts gemerkt haben. Dadurch war auch hier nicht viel los, aber wir hatten ja noch ein bisschen Zeit bis zur Weihnachtsfeier in Takaka Hill. Etwas gutes hatte das schlechte Wetter dann doch, denn dadurch konnten die Früchte auf den Orchards nicht gepflückt werden, was bedeutete, dass die Farmer mehr Arbeiter brauchten, um vor den Feiertagen fertig zu werden. Also haben wir am 23.12. nochmal schön 10 Stunden geackert und Himbeeren gepflückt. Da man hier nur nach Kilo bezahlt wurde, betrug mein Tagesgehalt im Endeffekt 40NZ$, was gute 2€ pro Stunde macht! Wenigstens kann ich jetzt auch meinen Kindern mal sagen: „Geht arbeiten! Wir mussten damals noch in der prallen Sonnen Himbeeren pflücken für einen armseeligen Hungerlohn, um uns was dazu zu verdienen.“ Den Job haben wir nach dem Tag auch wieder gekündigt und uns voller Freude in Richtung Abel Tasman (kleinster Nationalpark Nzs) zur Weihnachtsfeier aufgemacht. Das Schild, welches uns mitteilte, dass die Straße für Campervans unzugänglich sei, haben wir gekonnt ignoriert (und dann wundern wir uns, dass uns die Karre immer wieder kaputt geht) und sind eine ganze Weile einen Schotterweg bergauf gefahren, um am Ende, in einer kleinen Senke, im absoluten Nichts zu landen. Die Mundpropaganda hat super funktioniert, sodass wir im Endeffekt ca. 60 Leute aus aller Herrenländer waren. Weihnachtsfeeling kam allerdings nur durch die Sinnlosgeschenkerunde um Mitternacht auf. Der Rest war wie ein internationales Festival bei 24 Grad ohne jegliche Wolke am Himmel. Die Franzosen haben wie immer irgendwelche Couches organisiert ( wahrscheinlich aus Hostels, die klauen wie die Raben 🙂 ), eine dicke Anlage war auch da (wenn mal keiner der zahlreichen Musiker Lust hatte zu spielen) und natürlich gab es ein ordentliches Lagerfeuer. Da wir am 24. alle so gut dabei waren, haben wir den 25. gleich noch drangehängt und durchgefeiert (mehr Bilder hier: http://nzpaece.blogspot.com/). Es war wirklich der absolute Hammer und ich werde mich wohl immer daran erinnern. Allerdings will ich auch nie mehr so Weihnachten feiern :). Unser Plan, auf der Party Leute zu finden, mit denen wir dann Silvester etwas unternehmen können, ging natürlich wunderbar auf. Bis Silvester haben wir dann in einer Art internationaler Gang (1 Koraeaner, 1 Holländer, 1 Brite, 1 Ami, 2 Schotten und hin und wieder die Franzosen) noch Einiges unternommen. Eigentlich waren es doch nur 2 Sachen: Wir haben das tiefste Loch in der südlichen Hemisphäre besucht und sind mit dem Wassertaxi (ging ab, fast wie ein Speedboot) in den Abel Tasman gefahren, um dann einen Tag auf dem Coastal Track zu wandern. Höhepunkt der Woche war aber unser neues Hobby: Golf. Im Second Hand Shop haben wir uns paar Schläger gekauft und sind damit auf den nächsten Golfcourse gezogen. Für Neun Löcher haben wir 5h gebraucht, mit dem Ergebnis 61 over Paar. Genau dieselbe Anzahl an Bier, die bei der Runde verköstigt wurde :). Nachdem der Golfplatz von uns umgegraben wurde, hingen wir noch eine Weile in Motueka (Ministadt vor dem Abel Tasman) rum und haben mit Allen ein paar gemütliche Abende verbracht. Ab Weihnachten haben wir also einfach jeden Tag irgendwo eine kleine Party gemacht, bis schließlich Silvester war. Da wir ein bisschen Feuerwerk und Tralala haben wollten, entschieden wir uns zurück nach Nelson zu fahren, der nächstgrößeren Stadt. Es ist schon nicht leicht in einer Liquor Ban Area in gute Stimmung zu kommen, wenn die Musik 0:30 endet und ab 3 Uhr in keinem Pub mehr Bier verkauft wird :(. Zum Thema Feuerwerk: Hab ich nirgends zum selbst kaufen gesehen und das, was die Stadt abgefeuert hat, war so armseelig, dass wahrscheinlich jede drittklassige Schlagertruppe, eine atemberaubendere Bühnenshow hat. Spaß hatten wir trotzdem, auch wenn es mit Weihnachten nicht ansatzweise vergleichbar war.

Jetzt soll es aber nach langer Zeit in einer Gegend endlich wieder was neues zu sehen geben. Daher haben wir uns den Holländer hinten ins Auto geschmissen und sind gerade zu dritt unterwegs, um die Westküste nach Süden zu erkunden.

Edit: Ich hab bewusst nur Fotos vom Anfang der Parties eingestellt 🙂

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20Dez/103

Ans Ende der Nordinsel…

Am 17.12. um 7 Uhr mussten wir also in Wellington an der Fähre stehen. Deshalb haben wir uns in den letzten Wochen langsam in Richtung Süden bewegt. Vom Eastcape aus durchkreuzt man dabei die schönen Ostküstenstädte Gisborne, Napier und Hastings. Da unseren finanziellen Mittel zur Neige gingen, haben wir uns vorgenommen eine Woche auf einer Plantage zu arbeiten. Also sind wir an einem Sonntag nach Hastings auf den Farmers Market gefahren und haben einfach jeden der Bauern nach einem Job gefragt. Ab und zu haben wir eine Telefonnummer bekommen und hin und wieder sollten wir einfach unsere da lassen. Grundsätzlich ist immer „keine Saison“ zum arbeiten! Davon darf man sich aber nicht abschrecken lassen, denn irgendwer braucht hier irgendwo immer jemanden – man muss ihn nur finden. Also sind wir zurück nach Napier gefahren, eine Stadt die nach einem schweren Erdbeben 1931 total zerstört wurde und nun im Jugenstil wiedererrichtet wurde. Dieses Gebiet um die beiden eng beieinander liegenden Städte bildet das Hawkes Bay an der Ostküste, welches eines der größten Anbaugebiete Neuseelands darstellt. An dem langen Strand vor Napier, welcher sehr steil ins Meer fällt und von unglaublich hohen Wellen getroffen wird, lernt man, wie immer, unheimlich viele Leute kennen. Die meisten stehen an den Stränden und übernachten an selbigen, weil sie im Bay Arbeit gefunden haben – also Fruitpicking oder Thinning! Wir haben 8 Tschechen getroffen und natürlich die Franzosen, welche zufällig gerade eine Woche in der Gegend gearbeitet hatten und nun weiterziehen wollten. Also haben wir spontan eine kleine Sause am Strand organisiert, die mit hohem Konsum von diversen Weinsorten und Bier endete (natürlich nur der billigste Fusel – wir haben ja kein Geld). Ein paar Stunden nachdem wir ins Bett sind, klingelte dann das Telefon und uns wurde ein Job auf einem Orchard angeboten – und zwar sofort! Hieß total verkatert auf die Apfelplantage innerhalb von 45 Minuten und direkt angefangen 6 Stunden Äpfel zu thinnen. Applethinning ist nichts anderes, als eine Qualitätsauslese der Äpfel, die noch nicht reif sind (und wir sie daher leider nicht essen konnten). Man steht also den ganzen Tag auf der Leiter und pflückt unreife Äpfel, um sie auf den Boden zu schmeißen. Eine Arbeit die extreme Gehirnaktivität erfordert und daher genau das Richtige für uns war. Für eine Woche in der brütenden Sonne auf Mindestlohnbasis (+ Steuerabzüge) von 7:30 Uhr bis 16:30 Uhr, gabs 320NZ$ für jeden. Aber besser als nichts, schließlich mussten wir auch nochmal in die Werkstatt, um die Karre checken zu lassen. Denn am Vortag hat noch ein anderer Backpacker ins Auto geschaut und uns mitgeteilt, dass die Mühle wohl in den nächsten 5000-10000km die Hufe hochmachen wird :(. Die Werkstatt fand 2 fette Öllecks, meinte aber mit den Worten: „Dont worry, its a Mitsu!“, dass wir unsere Reise noch zu Ende führen könnten. Erleichtert konnten wir uns nun nach Wellington aufmachen,mussten nur nochmal tanken... TATA, KARRE startet nicht mehr. Nach gut 30 Minuten sprang er dann doch nochmal an. Wir trauten uns aber auf der gesamten Fahrt nach Wellington nicht den Motor auszumachen, aus Angst wir würden stehen bleiben (ihr erinnert euch, da war was mit keine Road Assistance). Bis in die Hauptstadt Neuseelands haben wirs dann schließlich noch geschafft, wo wir Bea, Uwe und Anna besuchten (Bekannte, die vor 8 Jahren ausgewandert sind). Hier wurden wir erst mal fürstlich mit Speisen, die wir nur noch von Werbeplakaten aus den Städten kannten, versorgt. Leider hat es in Wellington fast die ganze Zeit geregnet, sodass wir unsere Ausflüge auf das Nationalmuseum Te Papa und das Parliament beschränkt haben. Das Te Papa ist echt ein innovatives, interaktives Museum und bietet wirklich alles rund um das Thema „Neuseeland“. Das Beste ist, dass man freien Eintritt hat! Im Parlament haben wir uns direkt noch eine Debatte über das Wahlsystem in Neuseeland angeschaut (erstaunlich, wie sich die Abgeordneten mitunter anflaumen) und sind mit dem Cable Car zum botanischen Garten gedüst, von wo aus man sich die wolkenverhangene Stadt mit ihren vielen Buchten anschauen konnte. Die letzte Attraktion war für uns dann aber wieder die Werkstatt, welche uns bei unseren Startproblemen helfen sollte. Also direkt zum Elektrofritzen Andre, der meinte die Batterie würde die ganze Zeit durchs Auto fliegen. Batterie ersetzt, Glühbirne im Scheinwerfer auch gleich repariert, neue Halterung dran – 220NZ$ ärmer. Ein paar Tage später sprang die Hütte wieder nicht an, weshalb wir Andre diesmal zu uns einladen mussten. Diagnose: Starter im Arsch. Nachdem Andre mit nem Hammer draufgehaun hatte, sprang er wieder an. Seine Empfehlung: „Buy a hammer“! Im Endeffekt hat er uns vor Ort dann doch nen neuen Starter (second hand) reingebaut – wieder 175NZ$ ärmer! Dafür fährt die Mühle aber jetzt, hoffentlich.... naja der linke Stoßdämpfer klingt wie ein Tamburin, durch den Glühbirnenwechsel ist jetzt der Scheinwerfer undicht, weshalb es reinregne und Öl verliert er immer noch :(.

Wie dem auch sei, wir sind jetzt erstmal auf der Südinsel angekommen und schauen mal wies weiter geht.

Übrigens: Ich hab in Wellington mal mit dem Neuseeländischen Gesundheitssystem Bekanntschaft gemacht, da mein Ohr ein bisschen rummuckt. Die sind hier genauso Präzise, wie in Deutschland, nur dass es dich als Ausländer ordentlich Geld kostet! Heißt: 170NZ$ damit dich überhaupt einer anguckt und dir anschließend die Diagnose: „I cant see anything“ stellt + 50NZ$ für Medikamente, die eventuell irgendwie vielleicht helfen könnten, wenn man nicht weiß, was dir fehlt. Danach hat der Arzt noch ein bisschen Dreck aus meinem Ohr geholt, in einen geilen Biohazardbeutel gesteckt ( also soo dreckig kanns da drin jetzt auch nicht gewesen sein) und gemeint ich soll das mal vorsichtshalber ins Labor bringen. Die wollten da auch wieder gute 100NZ$ haben. Da hatte ich dann keinen Bock mehr – mal sehn ob meine private Auslandskrankenversicherung den Spaß bezahlt :).

(Bilder hab ich diesmal zwecks Arbeiten und schlechtem Wetter leider kaum gemacht, daher musste ich mich diesmal teilweise bei David bedienen. Beim nächsten mal gibts wieder mehr!)

Wir wünschen allen eine schöne Weihnachtszeit!

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6Dez/101

Let´s Glob the Central Plateau!

Glob ist der einfallsreiche Name unseres grünen asiatischen Kastengefährts, mit dem wir nun unseren zweiten Trip auf der Nordinsel Neuseelands gestartet haben. Jeden Tag an dem wir uns in Bewegung setzen, haben wir Angst, dass die Karre explodiert oder einfach nicht startet – das zum Thema man sollte ein paar Dollar investieren und zum Mechaniker fahren :). Inzwischen ist uns eine Lampe ausgefallen, der Motor klingt seltsam und der gute Junge hat scheinbar seine Tage, denn irgendwas tropft unten raus (die neuseeländischen Straßen tun ihr Übriges).

Da unser Geiz grenzenlos war, haben wir auch keine Road Assistance abgeschlossen, heißt: wenn wir in irgendeiner einsamen Ecke stehen bleiben, müssen wir hoffen, dass uns ein netter Maori mitnimmt. Aber die richtigen Abenteuer beginnen doch dort, wo jegliche Ausrüstung versagt, oder?

Durch das Central Plateau, welches den gesamten Bereich von Auckland bis Wellington ausmacht, hat er uns aber sicher gebracht. In den ersten Tagen haben wir uns von Auckland aus in den Osten aufgemacht und die Halbinsel Coromandel besucht. Dort gibt es einen Hot Water Beach, an dem sich jeder Idiot (wie wir) bei Ebbe ein Loch schaufeln kann, um sich dann von der darunterliegenden Magmakammer im Wasser kochen zu lassen. Ansonsten findet man hier noch das Cathedral Cove, ein ausgespültes Sandsteintor, welches zwei thailandähnliche Strände miteinander verbindet. Ist eigentlich ganz interessant - die zwei Hauptattraktionen ziehen jedoch die Touris wie Fliegen an, sodass wir uns mehr darauf konzentrierten unser Auto mit Dingen aus den städtischen Heilsarmeen auszustatten (Topf, Kocher, Geschirr ist jetzt alles an Bord) und bald schon wieder weiterzogen. Der Weg führte uns südlich nach Rotorura, einem Städtchen in dem es überall nach Schwefel stinkt. Dazu muss gesagt werden, dass das Central Plateau von vulkanischer Aktivität nur so strotzt. Überall wo man hinschaut qualmt der Boden oder Flüsse und Seen kochen. Daher kann man sich für gut Geld in natürliche Thermalgebiete verfrachten lassen, um zu entspannen. Wir wollten unsere Reisekasse damit natürlich nicht belasten und suchten uns, wie sollte es anders sein, selbst einen kochenden See. Irgendwann haben wir auch etwas schwefeliges, nicht ganz so appetitlich Aussehendes gefunden, sind mal reingehopst und bis zu den richtig heißen, qualmenden Stellen geschwommen. Hier wieder ein gut gemeinter Rat: Kinder, nie zu weit in einen Schwefelsee schwimmen. Die Wärme und der Schwefel machen dich einfach nur fertig (wir waren total benommen, haben es aber extrem stinkend überlebt). Nachdem wir uns noch Millionen von Mudpools, Geysiren und verschiedenfarbigen Thermalquellen angesehen haben, gings dann ab nach Taupo (weiter südlich). Taupo ist der größte Kratersee der Welt, welcher fast exakt die Mitte der Nordinsel bildet ( hab ich irgendwo gehört und behaupte ich hier mal ohne jegliche Quelle) und über dem man sehr geil Fallschirmspringen kann. Leider hat uns hier wieder der Faktor Geld zu schaffen gemacht, der die einzige Kostante bildet, die immer knapp über 0 steht. (keine Angst für Nudeln und Bier reichts! Ich esse jeden Tag 3 Mal Mutti.) Glück für mich, der zugesagt hat mitzuspringen und tierisch die Hosen voll hatte und nun ein paar ruhige Tage am See genießen konnte. Die brauchten wir aber auch, da wir zwischendurch ein Wiedersehen mit den Franzosen hatten und eine 11h Tour auf dem Great Walk im Tongariro Nationalpark gemacht haben. Eine atemberaubende Vulkanlandschaft, die inzwischen durch ihren „Mount Doom“ ( der Berg in den Frodo den blöden Ring geworfen hat) berühmt geworden ist. Der Aufstieg zum Schicksalsberg, der eigentlich Mout Ngauruhoe heißt, dauert ca. 3h obwohl es nur 600 Höhenmeter sind. Allerdings gibt es auf dem feinbröseligen Basalt keinen Weg nach Oben, sodass man sich vorkommt als würde man einen riesigen Sandberg besteigen, was extrem anstrengend ist (Sam kann es UNMÖGLICH geschafft haben Frodo zu tragen). Der Ausblick, der Schnee und die dampfenden Steine am Krater entschädigen einen jedoch für Alles ( sogar meine jetzt dunkelweißen Turnschuhe :))

Irgendwann war es dann aber auch genug an Schwefelgeruch und Vulkanlandschaft - wir brauchten was neues – also ab an die abgelegene Ostküste. Einen Vulkan haben wir am Ende doch noch gesehn, das sogenannte White Island, welches eine Insel vor der Ostküste bildet und eine riesige Aschewolke über sich wirft. Der Osten des Central Plateaus ist fast noch ausgestorbener, als der Far North, den wir beim ersten Roadtrip durchquert haben. In den kleinen Dörfchen sieht man eigentlich fast ausschließlich Maori auf den Straßen und die sind, wie überall, unglaublich fett! Wir vermuten einen Zusammenhang zwischen dem Essen (Fish & Chips und Mc Donalds, was hier die Hauptnahrung darstellt) und den Millionen fantastischen Ausblickspunkten, an welche sich die Leute begeben, um das Fastfood dann runterzuschlingen. Auch wenn die Maori immer etwas grimmig schauen und die Jugend scheinbar ausnahmslos einer HipHopGangster- Kultur verfallen ist, sind die Leute doch extrem nett und hilfsbereit.

Am östlichsten Ende Neuseelands angekommen, ändert sich das Wetter mit jeder Kurve schlagartig, bis man schließlich den „östlichsten Leuchtturm“ der Welt erreicht.. Wenn man einmal hier ist, kann man zu den ersten Menschen gehören, die den Sonnenaufgang des nächsten Tages erleben. Also sind auch wir 5 Uhr Morgens aufgestanden. Allerdings war das Wetter nicht das beste, wodurch wir die Sonne nur erahnen konnten. Inzwischen sind wir langsam auf dem Weg nach Wellington und schauen ob es unterwegs ein wenig Arbeit gibt. Weihnachtsstimmung kommt in Neuseeland leider gar nicht auf, obwohl es an städtischer Weihnachtsgestaltung nicht mangelt. Auch wir haben unseren Van etwas umdekoriert,und uns einen selbstgebauten Rubbelloskalender ins Dach gehängt (Schokolade schmilzt leider)! Am 17.12. setzen wir auf die Südinsel über und verbringen Heiligabend gemeinsam mit anderen Backpackern in der Natur (das Ganze wird schon seit Wochen in einer Art Mundpropaganda unter allen Backpackern verbreitet – mal sehn wie viele einsame Reisende erscheinen 🙂 )

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22Nov/102

Unser neues mobiles Zuhause!

Nachdem wir in Auckland jeden Van und jedes potenzielle Auto, dass auf der Straße stand oder an den schwarzen Brettern im Hostel angeboten wurde, erfolglos abgeklappert hatten, bekamen wir durch Zufall die Telefonnummer eines Mechanikers, der Vans repariert und verkauft. Also angerufen und nachgefragt. Der gute Mann hatte noch was im Angebot und kam auch direkt mit einem Gefährt am Hostel vorbei. Wenn man keine Ahnung von Autos hat, kann man sich sicher sein irgendeinen Scheiß zu bekommen. Viele Verkäufer kaufen Schrottautos und machen sie so weit fit, dass sie gerade die Probefahrt überleben. Daher empfiehlt jeder, mit der Karre vorher in eine Werkstatt zu fahren – leider ist das nicht sooo billig, weshalb dann doch 80% der Backpacker Schrott kaufen. Unser Verkäufer war ein sehr netter Fiji mit seltsamen Englisch, der direkt seine Tochter zum Verkauf mitbrachte (haha klasse Doppeldeutigkeit 🙂 ). Der Mann machte eigentlich einen sehr kompetenten Eindruck und betonte, dass er niemanden bescheißen will (irgendwie kommt mir das aus Asien bekannt vor). Auf jedenfall sah das Äußere des Wagens um Einiges besser aus, als alles Andere, was hier so an Vans rumfährt und die Probefahrt war auch sehr geschmeidig, wodurch wir direkt begeistert waren. Also haben wir noch ein bisschen verhandelt und bekamen noch ein neues Bett reingeschreinert für 3300NZ$. Dafür dürfen wir jetzt diese Reisschüssel unser eigen nennen:

Mitsubishi Delicia 1994

180000km

Automatik Benziner

Elektrische Fensterheber

Man kann also sagen: Wir waren beim Fiji einkaufen!

Da im Van sonst nichts drin ist, wollten wir eigentlich auf einen Second Hand Markt mit unserem Hostelvater Tom. Wurde leider nix, da er wohl noch besoffen nach einem 60er Jahre Konzert im Bett lag und so mussten wir selber durch Auckland touren. Leider fanden wir nichts, außer einer Campingdusche, einem Strominverter und einem Straßenatlas. Also haben wir erstmal nur trocken Brot eingekauft und hoffen in Garagenverkäufen auf dem Weg noch einen Gaskocher, Geschirr, Töpfe und das ganze andere Zeug zu finden. Anschließend haben wir noch schnell eine Versicherung abgeschlossen, vollgetankt (1,86NZ$/L) und sind nach einer Woche Auckland (,in der wir nicht viel gemacht haben, außer den neuen Harry Potter im Kino zu gucken,) wieder auf der Straße unterwegs. Diesmal Richtung Süden und diesmal ohne Geld 🙂 (aber dafür sparen wir ja Hostelkosten)!

Ach übrigens: Ich hatte ja letztens geschrieben, dass hier links vor rechts gilt...

DAS IST FALSCH – ES GILT RECHTS VOR LINKS, wie bei uns auch. Glücklicherweise bin ich nie in eine solche Situation gekommen und wurde letztens noch aufgeklärt.

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12Nov/102

Start in NZ

Kapitel 1: Auckland oder "Sydney für Anfänger"

Das hab ich im englischen Reiseführer gelesen, und exakt diesen Gedanken hatte ich im Kopf, als wir die ersten Tage hier verbrachten. Die Aucklander würden natürlich sagen, dass dies Quatsch ist, da hier alles viel toller und schöner ist und hier ja die meisten Polynesier in der ganzen weiten Welt zu finden sind. Letzteres ist wahr, der Rest stimmt aber nicht, denn Auckland fühlt sich wirklich wie eine Taschenausgabe von Sydney an . Hier gibts zwar auch eine Harbour Bridge , einen Skytower, viel Internationalität,  Bars usw. - allerdings viel kleiner. Ich fand Auckland extrem gemütlich und ruhig, aber teilweise schon zu langweilig, was wahrscheinlich mit unseren vorangehenden Städtebesuchen zusammen hing. Wir haben die Sehenwürdigkeiten trotzdem mal angeschaut. Ich bin auf den Skytower hoch und hatte wirklich einen schönen Ausblick über die vielen Vulkane auf denen Aukland aufgebaut ist. Ein Drittel aller Neuseeländer wohnt hier (und ich sag es ist klein 🙂 , ein Hinweis  auf die Bevölkerung im restlichen Neuseeland), aber es gibt ja auch nur 4 Millionen . Ins große War Memorial Museum sind wir auch rein, welches 10$ pro Person kosten sollte,  die wir uns aber gespart haben, da wir, bei Unachtsamkeit der Sicherheitsleute, durch den Ausgang rein sind und die Hütte von hinten aufgerollt haben. 20 Tacken mehr, welche am Abend direkt in Bier umgemünzt wurden und zwar in Fiddlers Bar. Dazu gibts ne kleine Vorgeschichte: In unserem 4 Mann Zimmer im Hostel wohnten wir mit einem schätzungsweise 37 jährigem Straßenmusiker (Andy) zusammen der seit 7 Jahren durch NZ zieht und nicht zu knapp damit verdient. Außerdem war noch ein 29 Jähriger Ami aus Alaska im Zimmer (Bryan) , der mit dem Fahrrad on Tour war. Nachdem ich am Morgen ein bisschen mit Andy geplauscht hatte, meinte er, dass er am selben Tag einen Gig in genannter Kneipe habe – also nix wie hin. Als wir ankamen war Bryan zufällig auch da und Andy mit seiner Band am rocken (saustark die Jungs, heißen “Blender”, haben zwar nur Songs gecovert aber dafür richtig geil , z.B Incubus u viel Indie Stuff). Beide waren zu diesem Zeitpunkt schon gut dabei. Also es wäre zu krass jetzt die Verrücktheit dieses Abends in jeder Einzelheit aufzuführen, daher erzähl ich knapp das Wichtigste und werf  anschließend einfach noch ein paar Stichworte hinterher um die Phantasie anzuregen, im Prinzip weiß ich selbst vieles nich mehr :). Wir haben auf jedenfall in der Kneipe drei besoffene Lehrerinnen getroffen,  die alle verheiratet oder verlobt waren und scheinbar nochmal beweisen wollten, dass sie noch Kerle aufreißen können. Hieß für mich: 2 Bier umsonst (16$ gespart). Außerdem hatten die Eltern der einen Lehrerin ne Surfschule und würden uns kostenlos aufnehmen zum wohnen und surfen, also Nummer klargemacht (mal schaun, ob die sich noch an uns erinnert, wenn ja wärs genial).  Ansonsten: Kolumbianerin die mich nicht in Ruhe gelassen hat, kaum englisch konnte und immer mit nem kleinen Mann Rücksprache hielt (Nutte?), ich wurde plötzlich von der Band als Justin Bieber geoutet, was mir zu einem schnellem ungewollten Reputationsanstieg in der Bar verhielf (wirklich jeder hat mich in der Bar so angesprochen, ich hab absolut keine Ahnung was da abging.  So kommt man zwar auch super ins Gespräch, aber ich brauch dringend ne neue Frisur! Vorschläge werden gern entgegen genommen ), danach noch ein Ausritt mit dem Asselevator und angeheitert nach Hause . Als erster hat Bryan schlapp gemacht , um 3 Uhr dann wir und um 7 Uhr morgens kam dann auch Andy (Teufelskerl). Bryan wollte am nächsten morgen  mit dem Fahrrad los und murmelte um 9 Uhr nur sowas wie : "No way for a ride, guys" verlängerte das Hostel und ging wieder pennen. Wir habens aber doch geschafft rauszukommen, schließlich hatten wir bei unserem coolen Hostelvater einen Camper Van für 2 Wochen gemietet. Der Hostelvater Tom ist auch ne geile Type ! Ein riesiger und dicker Phillipino ohne Zähne und mit Kopftuch.  Als ich Nachts beim internationalen Filmeabend (Inglorious Basterds mit verschiedenen Nationen gucken is saulustig!) dabei war, brachte er denen dies bis 3 Uhr nachts durchgehalten haben leckere Kekse und Tee zum Frühstück 🙂 . Auch sonst kümmert er sich um jegliche Belange der Backpacker und bringt einen mit seiner Art immer in eine gute Stimmung.
Der letze Teil beißt sich beim Lesen sicher mit den Aussagen vom Anfang, ich weiß, aber das bezog sich auch mehr auf den Aufbau der Stadt, geniale Leute kann man ja überall finden :).

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Kapitel 2: North New Zealand Roadtrip

Sooo, also hatten wir jetzt nen Camper mit ner Portion Müdigkeit und Restalkohol. Erstmal raus aus Auckland. Linksfahren geht echt gut und JA ! es gilt links vor rechts. Leider nur ein dicker Automatik Van, aber dafür is das Ding hammer komfortabel. Ich bin richtig traurig, dass wir ihn wieder abgeben mussten. Aber der Roadtrip war so stark, dass wir grad überlegen, wie wir unseren eigenen Van finanzieren, bzw. ob wir uns nur ein Auto kaufen.

Aus Auckland raus , natürlich ohne Straßenkarte (wer erwartet, dass wir vorbereitet sind? 🙂 ) einfach mal nach Norden gefahrn, irgendwann keine Lust mehr gehabt und zum Strand abgebogen. Dort stand ein Van beladen mit 3 Franzosen, die auch nich wussten wohin, aber ne Straßenkarte dabei hatten. Also sind wir die nächsten Tage zusammen gereist (näheres zu den Jungs unter people). Auf der Reise hab ich die französische Ruhe kennengelernt. Wenn ein Franzose sagt wir fahren jetzt los, verspreche ich, dass der Deutsche eine Minute später mit angelassenem Motor im Van sitzt und 60 Minuten auf den Franzosen wartet (manchmal ist es echt zum verzweifeln). Dennoch hatten wir eine sehr geile Zeit und man muss sich vorstellen jeden Abend unter Sternenhimmel bei Meeresrauschen einzuschlafen und am Morgen ca. 5m vom Meer in einer Hammerlandschaft aufzuwachen. Zwischendurch sind wir immer weiter in den Norden gefahren, meistens nachmittags, bei sanft tiefer Sonne, einer traumhaften Hügellandschaft in Kombination mit unzähligen Buchten und Jack Johnson im Radio (und Bier für denjenigen der nicht fahren musste) – könnte eine übertriebene Werbung von Sonnenklar TV sein, ist aber wahr und die absolute Freiheit.  Jedoch ist die Sonne hier nicht immer ganz so cool, wie man denkt. Denn wenn sie frei am Himmel steht, brennt sie dir einfach die Haut vom Leib. Thailand war ein Witz dagegen. David, der schon gut gebräunt war und kaum noch Sonnencreme benutzt hatte, bekam endlich auch mal nen fiesen Sonnenbrand :). Wir haben uns sagen lassen, dass dies mit der Dünne der Ozonschicht über Ozeanien zusammenhängt. Wäre eine Erklärung, aber keine Ahnung obs stimmt. Was gibts sonst noch über den Norden zu berichten? Auf der Straße ist man nahezu allein, bis auf Opossums ( David, der Killer hat eins überfahren!) und von uns so benannten Suicide birds. Nahezu jeder Vogel bleibt einfach auf der Straße stehen und macht rein gar nichts, außer sterben. Neben den von Tierleichen übersäaten Straßen  findet man ein bisschen Regenwald und unzählige andere exotische Tiere, was mit dem subtropischen Klima zusammenhängt. Die Städte, wenn man sie so nennen kann erscheinen einem sehr amerikanisch und vorstädtisch bzw. ländlich, heißt kleine Holzhütten im Bungalowstil, weitverteilt um eine Kirche und nen Tante Emma Laden. Es wird irgendwie immer schwerer ein Kaff mit Tankstelle zu finden, je nördlicher man kommt.
Die wichtigsten Stops unseres Roadtrips in den Norden, waren die Bay of Islands und Cape Reinga. Wobei die Bay of Islands überbewertet werden, wie ich finde!  Eine Inselgruppe an der Ostküste, die durch den Tourismus bekannt wurde. Gefiel mir persönlich nicht, da mir hier einfach zu viele Leute waren. Wir haben einen Deutschen getroffen, dem es da super gefiel und der uns gefragt hat, ob es uns nicht langweilig wird jeden Tag in der Natur zu schlafen – Idiot! Aber dafür kann man hier ein bisschen Papierkram erledigen. Wir haben unsere Steuernummer IRD beantragt und ein Bankkonto eröffnet (ready to work).
Fährt man dann weiter nach Norden kann man am 90 Mile Beach entlang heizen (ein unendlich erscheinender Strand) und  gelangt irgendwann nach Cape Reinga, dem nördlichsten Punkt Neuseelands. Ein absolut genialer Ort, an dem die Tasmansee und der Südpazifik zusammentreffen, einfach ein tolles Spekatakel, umringt von riesigen Sanddünen und Vulkangestein. Wo Thomas in den Bay of Islands noch 90$ für Dolphinwatching bezahlt hat, bin ich unweit vom Cape früh aufgestanden, (hab ein Bier getrunken – jaja so beginnt hier der Tag), bin wandern gegangen und habe dabei eine Orcafamilie vlt. 150m entfernt auftauchen sehen – ein noch tolleres Spektakel.
Unsere gesamte Tour verlief an der Ostküste gen Norden und an der Westküste, welche sehr dünn besiedelt und sehr waldreich ist (unter anderem kann man hier bis zu 2000 Jahre alte Kauri Bäume sehen , die einen Umfang von bis zu 13m haben) zurück nach Auckland. Unterwegs ist man nie allein, denn man trifft immer Leute, die mit dem Campervan unterwegs sind und ein Stückchen mit dir mirteisen. Mit der Zeit gewöhnt man sich an dieses Vagabundenleben, auf der Jagd von einem Wasserhahn zum nächsten,um nach 3 Tagen mal wieder irgendwie zu duschen.
Jetzt sind wir wieder in Auckland und überlegen, wie gesagt, wo wir günstig ein Auto herbekommen, um möglichst bald in den Süden, zurück in die Natur, zu ziehen.

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